Ob radfreundlich, wandergeeignet oder barrierefrei – spezialisierte Zertifizierungen helfen dabei, gezielt auf die Bedürfnisse bestimmter Zielgruppen einzugehen. Sie erhöhen nicht nur die Sichtbarkeit des Angebots, sondern unterstreichen das Engagement für Qualität und Zielgruppenorientierung.
Zertifizierungen für themenspezifische Angebote und Zielgruppen
Das Münsterland ist Radregion. Daher ist es wichtig, auf die Bedürfnisse der Radreisenden einzugehen. Der „Allgemeine Deutsche Fahrradclub“ (ADFC) hat mit Bett+Bike eine Zertifizierung für fahrradfreundlichen Unterkünften entwickelt.
Drei verschiedenen Zertifikatsarten können je nach Leistungsträger erreicht werden:
- Bett+Bike-Gastbetrieb (Privatvermietung bis Sterne-Hotels)
- Bett+Bike-Campingplatz
- Bett+Bike-Ferienwohnung
- Bett+Bike-Sport
Dafür müssen zum einen die Mindestkriterien erfüllt werden, wie z.B. die Aufnahme von Radreisenden für eine Nacht oder das Bereitstellen eines Fahrrad-Reparatursets. Neben den Mindestkriterien müssen zwei zusätzliche Serviceleistungen erfüllt werden, wie z.B. Gepäcktransfer zur nächsten Unterkunft oder ein Lunchpaket zum Mitnehmen.
Das Zertifikat “Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland” kann an Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe der unterschiedlichsten Art vergeben werden:
- Hotels
- Pensionen
- Gasthöfe
- Gasthäuser
- Appartements
- Ferienwohnungen und –häuser
- Privatvermieter
- Campingplätze
- Jugendherbergen
- Wanderheime
- Gastronomiebetriebe
- Gaststätten von Beherbergungsbetrieben
Um das Siegel „Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland“ zu erhalten, müssen teilnehmende Häuser 23 Kernkriterien und 8 Wahlkriterien erfüllen. Darunter fallen etwa Kriterien zur Ausstattung, zum Service oder zur Verpflegung.
Mithilfe des Kennzeichnungssystems „Reisen für Alle“ haben Reisende die Möglichkeit, im Voraus zu prüfen, ob barrierefreie Angebote ihren individuellen Bedürfnissen entsprechen. Das System bietet eine transparente Darstellung aller Informationen zur Barrierefreiheit, die von speziell geschulten Prüfern anhand bundesweit einheitlicher Kriterien erhoben werden. Dabei werden Informationen für verschiedene Personengruppen wie Menschen mit Gehbehinderung, Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer, Menschen mit Hörbehinderung, gehörlose Menschen, Menschen mit Sehbehinderung, blinde Menschen und Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen erfasst und überprüft.
Zertifiziert werden können:
- Beherbergungsbetriebe
- Gastronomiebetriebe
- Kultureinrichtungen
- Freizeiteinrichtungen
- Orte
- Regionen
- Wanderwege
- Radwege
Nachhaltigkeit spielt für viele Reisende auch bei der Urlaubsplanung eine zunehmend wichtige Rolle. Zur Orientierung dienen häufig Gütesiegel. Weltweit existieren jedoch mehr als 200 unterschiedliche Nachhaltigkeitslabels im Tourismus. Der Tourismus Lable Guide stellt ausgewählte Siegel, die anhand klarer Kriterien eingeordnet wurden, vor. Bewertet wird, in welchem Umfang die Labels verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigen, wie unabhängig sie sind und ob sie sich an international anerkannten Standards orientieren. Empfohlene Siegel kennzeichnen touristische Angebote, die soziale Verantwortung übernehmen, Umwelt und Klima schützen und einen positiven Beitrag für die Menschen in den jeweiligen Destinationen leisten.
Weitere Informationen auf tourismus-labelguide.org↗
Zudem hat Tourismus NRW im Rahmen des EFRE-Projektes „Nachhaltigkeitswerkstatt.NRW“ zwei Factsheets erarbeitet, die einen kompakten Überblick über zentrale Nachhaltigkeitsrichtlinien, Zertifizierungen und regulatorische Anforderungen bieten.
Hier geht es zu den Factsheets.









